Stand: 31. Juli 2007 | besser-fahren-lernen.de
BESSER FAHREN LERNEN

Informationen für Schulleiter und Lehrkörper aller Berliner Schulen im Sekundarbereich

Die Beschreibung des Leitprojekts der Berliner Agenda 21 zur „Einführung von Mobilitätskursen an Schulen im Sekundarbereich, verknüpft mit Fahrausbildung durch Fahrlehrer“ bedarf im Hinblick auf die Umsetzung einer Erläuterung, die mit nachfolgenden Hinweisen gegeben wird.

  1. Das Projekt orientiert sich an dem mit dem Schulgesetz postulierten neuen Leitbild der Schule, das den Schulen größere Selbstständigkeit und Eigenverantwortung mit mehr Freiräumen einräumt.
    Der Blick wird damit nicht gerichtet auf die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport und deren potenzielle, derzeit aber nicht gegebenen Möglichkeiten der Unterstützung des Projekts, sondern auf die der Schule, ihren Schüler/inne/n, deren Eltern und den Mitgliedern des Lehrkörpers gegebene Möglichkeit, zur Lösung eines Problems beizutragen, das in den extrem hohen Unfallzahlen jugendlicher Fahranfänger nur zumTeil seinen Ausdruck findet.

  2. Nur wenn Schüler/innen die Initiative ergreifen und es ihnen gelingt, ihr Anliegen der Schulkonferenz zu unterbreiten, stellt sich die Frage, wie bei der Einführung des Mobilitätskurses vorzugehen ist – und zunächst, wer unter den Mitgliedern des Lehrkörpers sich einbringen und als Moderator des als freiwillige Arbeitsgemeinschaft gedachten Kurses fungieren will. Ihm oder ihr wird auf Nachfrage sachkundiger Rat erteilt und eine Fortbildung angeboten, die sich am erklärten Fortbildungsbedarf und hinsichtlich des zeitlichen Umfangs weitgehend an den Wünschen der Teilnehmenden orientiert.
    Die Frage nach den Inhalten der Fortbildung wird hier vorerst nur unter Hinweis auf das in Niedersachsen entwickelte Curriculum „Mobilität“, das unter www.curriculum-mobilitaet.de einzusehen ist, und das vom Umweltbundesamt veröffentlichte Curriculum „Erziehung zu umweltbewusstem Fahrverhalten“ beantwortet.

  3. Für einen Mobilitätskurs ist ein Schuljahr lang wöchentlich eine Doppelstunde einzuplanen, die allerdings 14 mal dem einzuwerbenden Fahrlehrer für dessen theoretischen Unterricht zur Verfügung steht, während die davor, danach und z.T. dazwischen liegenden Termine der Arbeitsgemeinschaft dazu dienen, sich eingehend mit „nachhaltiger Mobilität“ zu befassen: Fahren lernen heißt dann weit mehr als bloß Auto fahren zu lernen, heißt alle gegebenen Möglichkeiten, mobil zu sein. intelligent nutzen zu lernen, sich dabei sozial kompetent zu verhalten und zu verstehen, was im Verkehr nachhaltiger Entwicklung dient.

  4. Hinsichtlich der Organisation eines Mobilitätskurses mit Gruppenfahrausbildung liegen in Berlin und in Niedersachsen gewonnene Erfahrungen vor, die den Beteiligten vorgestellt und mit ihnen diskutiert werden. Dass die mit der integrierten Fahrausbildung verbundenen Kosten von den Teilnehmern zu tragen sind, versteht sich von selbst; nicht jedoch, wie dabei zu verfahren ist, wie sie zu mindern sind und welche Rolle Sponsoren dabei spielen können. Diese Fragen stellen sich allerdings erst, wenn eine Gruppe von 8 bis 16 Teilnehmern sich gebildet und Kontakt mit dem Institut für Verkehrspädagogik (ivp) aufgenommen hat.
    Das ivp hat sich unterdessen in die sogenannte Bußgelderliste aufnehmen lassen und erklärt, dass alle daraus resultierenden Zuwendungen der Förderung des Leitprojekts dienen. Eine finanzielle Absicherung ist dadurch natürlich nicht gegeben.

  5. Ob auch für Schüler/innen, die nicht an der Gruppenfahrausbildung zum Erwerb des Führerscheins teilnehmen, die Teilnahme an dem Mobilitätskurs der Schule möglich ist, das zu entscheiden ist Sache der Schule.

Ausschlaggebend für das Gelingen der Einführung eines Mobilitätskurses ist, dass Schüler/innen sich engagieren und nicht voreilig durch Bedenken entmutigt werden, die auszuräumen meist möglich ist.


ivp
Besser fahren lernen
Gemeinnütziges Institut für Verkehrspädagogik e.V.
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