Stand: 31. Juli 2007 | besser-fahren-lernen.de
BESSER FAHREN LERNEN

Einführung von Mobilitätskursen an Berliner Schulen

Wer sparen und besser fahren lernen will, also nicht bloß „den Führerschein machen“ und sich dazu in einer Fahrschule auf die Fahrerlaubnisprüfung vorbereiten lassen will, dem kann bald geholfen werden.

Die Technische Universität Berlin und das gemeinnützige Institut für Verkehrspädagogik e.V. haben gemeinsam ein Modell entwickelt und erprobt, das, wo es eingeführt wird, jungen Fahranfänger/inne/n bei geringeren Kosten zu mehr Erfolg verhilft – und das nicht nur bei der Fahrerlaubnisprüfung, sondern vor allem danach, wenn andere junge Fahranfänger/innen hohe Risiken eingehen, weil es ihnen, wie man sagt, an „Mobilitätskompetenz“ mangelt.

Hier geht es also nicht um Sicherheitstraining, nicht um eine Nachschulung nach der Fahrausbildung, die „zweite Phase“ oder etwas Ähnliches, für das dann extra bezahlt werden muss. Hier geht’s ohne Mehrkosten um Besseres!

Wie besserer Fahrunterricht erteilt werden kann, weiß man seit langem. Dafür muss u.a. der Theorie-Unterricht für eine Gruppe so organisiert werden, dass er für alle Teilnehmer zugleich beginnt und jede Unterrichtsstunde auf dem aufbaut, was in den vorigen gelernt wurde. Der parallel dazu stattfindende praktische Fahrunterricht muss dabei mit der Theorie „verzahnt“ werden.

In der Fahrschule sitzen zwar auch die Teilnehmer im Theorieunterricht zusammen – aber die einen haben die meisten Stunden schon absolviert, andere haben die Hälfte oder ein Drittel der „Theorie“ schon hinter sich und andere fangen gerade erst an. Wer eine, zwei oder mehr Stunden versäumt hat und dafür andere zum zweiten Mal besucht, lässt sich die offiziell verlangte Anzahl von Stunden bescheinigen – und wird zur Prüfung zugelassen. Und für diesen „Unterricht“ muss vorab von jedem mit der Grundgebühr ein hoher Preis gezahlt werden.

Die Fahrlehrer allein können sich aus diesem Dilemma nicht befreien; denn der Wettbewerb der Fahrschulen zwingt sie, jeden sofort anzunehmen und nicht warten zu lassen – sonst sucht der sich eine andere Fahrschule.

Das von Wissenschaftler/inne/n und Fahrlehrer/inne/n gemeinsam entwickelte Modell geht auf lange Erfahrungen mit Gruppenfahrausbildung zurück, die in Berlin an einer Forschungsfahrschule erprobt, weiterentwickelt und schließlich mit einem Mobilitätskurs, einer freiwilligen schulischen Arbeitsgemeinschaft zum Thema Mobilität verknüpft wurde.

Schon 1997 wurde im Straßenverkehrsgesetz die Verknüpfung von schulischer Verkehrserziehung mit einer Fahrausbildung als eine Maßnahme zur besseren Ausbildung junger Fahranfänger vorgesehen, aber erst in einem Bundesland – nämlich in Niedersachsen – bis Februar 2002 mit mehr als tausend Schülern an 17 Schulen durchgeführt. Es geht also! Aber wie?

In Berlin sieht die Agenda 21 die „Einführung von Mobilitätskursen an Schulen im Sekundarbereich, verknüpft mit Fahrausbildung durch Fahrlehrer“ vor. Hier wird jetzt erklärt, was dazu nötig ist und wie es geht.

Nötig ist, dass schon vor dem Schuljahr, in dem der Mobilitätskurs stattfinden soll (also für einen Mobilitätskurs im Schuljahr 2007/2008 schon im jetzt laufenden Schuljahr) wenigstens 8 Schüler und Schülerinnen, die im laufenden Schuljahr bis zum Beginn der Sommerferien 16 Jahre alt werden, sich gemeinsam (und mit ihren Eltern, denen an einer besseren Fahrausbildung für sie liegt) bei der Schulkonferenz für die Durchführung eines Mobilitätskurses im nächsten Schuljahr einsetzen.

Nötig ist auch, dass diese Schülergruppe einen Lehrer oder eine Lehrerin für das Projekt gewinnt; denn der Kurs als Arbeitsgemeinschaft soll von einer Lehrkraft, die selbst eine Fahrerlaubnis hat und am Thema Mobilität interessiert ist, moderiert werden, und diese muß dafür von der Schulkonferenz bestimmt und eingesetzt werden – mit einer Doppelstunde pro Woche.

Das neue Schulgesetz macht das möglich.

Die Initiative für das Zustandekommen eines Mobilitätskurses soll also von den Schülerinnen und Schülern, ihren Eltern und den Lehrern der Schule ausgehen, denen allerdings mit Rat und Tat geholfen werden kann. Als Leitprojekt der Berliner Agenda 21 wird die Einführung von Mobilitätskursen sowohl von den zuständigen Senatverwaltungen als auch vom ivp, dem gemeinnützigen Institut für Verkehrspädagogik e.V. unterstützt, dem die Bildung einer Schülergruppe möglichst rasch mitgeteilt werden sollte.

Zur Einführung der Kurse soll die dem Leitprojekt zugrunde liegende Konzeption jeweils der Schulkonferenz der sich beteiligenden Schulen vorgestellt und mit ihr diskutiert werden. Dabei soll auch über die in Niedersachsen gewonnenen Erfahrungen mit dem Programm „Kooperation Schule – Fahrschule“ berichtet werden.

Klar ist, dass die mit dem Kurs verknüpfte Fahrausbildung durch den Fahrlehrer oder die Fahrlehrerin von den Schülern bzw. deren Eltern finanziert werden muss. Sobald an der Schule Einigkeit über den Kurs besteht, wird nach einer Fahrschule Ausschau gehalten, die zur Kooperation mit der Schule bereit ist. Bei den zur Mitwirkung gewonnenen Fahrlehrer/inne/n wird davon ausgegangen, dass sie mit dem Curriculum „Erziehung zu umweltbewusstem Fahrverhalten in der Fahrausbildung“ vertraut sind oder sich vertraut machen (lassen). Die Vorteile, die sich für den Theorieunterricht der Fahrlehrer aus dem Umstand ergeben, dass jeweils eine geschlossene Gruppe kontinuierlich an der Ausbildung teilnimmt, liegen auf der Hand.

Der theoretische Teil der Fahrschulausbildung soll in einem Unterrichtsraum der Schule stattfinden – in der Zeit, die für den Mobilitätskurs vorgesehen ist. Für die Schüler ist das von Vorteil: Sie müssen nicht zur Fahrschule gehen, die Fahrschule kommt zu ihnen – und bringt das Auto mit, in dem im Anschluss an die „Theorie“ sich (meist für jeweils zwei Schüler) die praktische Ausbildung anschließt. So wird Zeit und Geld gespart.

Über weitere Vorteile und die Vorgehensweise informiert das gemeinnützige Institut für Verkehrspädagogik auf Anfrage per eMail.


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Besser fahren lernen
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